Deutschland

Bad Honnef nach Linz über das Kasbachtal

Hey Zusammen,

manchmal liegt einem gerade in der Nähe zum eigenen Wohnort eine schöne Strecke zu Füßen. So geschehen im Sommer 2017 mit einer kleinen Überraschung für Stefanie.

Einmal mit dem Schiff nach Bad Honnef bitte

Zu Beginn der Tour sollte Stefanie große Augen machen, dafür habe ich schon im Vorfeld gesorgt und ein paar Tickets für eine Schifffahrt nach Bad Honnef besorgt. Dort sollte die Tour hoch ins Siebengebirge starten und in Linz wieder enden. Kaum parkte ich beim Landungssteg am Rhein in Bonn, wurden die Augen von Stefanie auch schon ganz groß. Nun war es vorbei, sie tänzelte vor mir rum als wir zum Schiff gingen und war glücklich wie ein kleines Mädchen. An Bord schlängelten wir uns ganz nach oben auf die Terrasse des Schiffs und bestellten erst einmal einen Kaffee und schon begann die Fahrt.

Vorbei am Post-Tower und den Rheinauen tuckelte unser Schiff den Rhein hoch. Nach ein paar Zwischenstopps in Bad Godesberg und Königswinter legten wir dann schließlich in Bad Honnef an. Dort sollte unsere Wandertour starten und wir hatten knapp 19 km und ein strammes Ziel vor uns, damit wir das letzte Schiff von Linz zurück zum Auto erreichten. Also packten wir unsere Rucksäcke auf die Schultern und marschierten los.

Auf dem Rheinstieg Richtung Linz

Vom Anleger gingen wir über die Insel Grafenwerth, vorbei am Schwimmbad und über die Brücke hinüber zum Örtchen Bad Honnef. Durch kleine verschlungene Straßen und Gässchen ging es allmählich immer weiter hoch in die Hänge des Siebengebirges. Hier war es das erste mal, dass ich Stefanie wie einen Rohrspatz meckern hörte, weil der Weg doch sehr anzog. Bis hoch zur Eifelblickhütte ging es nur bergauf und das machte uns beiden bei knapp 25 °C und prallen Sonnenschein doch sehr zu schaffen.

Oben angekommen wurden wir aber mit einem wunderschönen Ausblick belohnt und konnten in das schöne Rheintal und bis in die Eifel schauen. Stefanie’s Gemeckere hörte dann auch, durch den Ausblick besänftigt, auf. 😉 Nach einer kurzen Rast ging es dann auch schon wieder weiter. Der Weg stieg nun nur noch sanft an und wir konnten unser Tempo ein wenig anziehen. Vorbei an der Barbara Hütte und dem Auge Gottes genossen wir die flüchtigen Sonnenstrahlen die sich ihren Weg durch das dichte Blattwerk der hohen Bäume kämpften.

Unter diesen Bedingungen konnten gerade zu dieser Jahreszeit hervorragend auf den grünen, feuchten und bemoosten Boden eine Vielzahl von Pilzen heranwachsen. Pilze! Stefanie’s ehemalige Forschungsobjekte brachten die Biologin in Ihr zum Vorschein und sie nötigte mich, alle Pilze die auch nur zu erspähen waren, auf einem Foto zu verewigen. Bei unserer Wanderung konnten wir viele Pilzsammler beobachten und unterhielten uns auch eine Weile mit einer älteren Dame, die Pilze für das Abendessen suchte und nur ein paar Kilometer den Berg hinab in einer Siedlung wohnte. Dort wartete ihr Mann schon auf sie, weil er nicht mit zum Sammeln wollte.

Das schöne Kasbachtal und der Rheinhöhenweg

Vorbei an einer alten Abschussrampe für V1-Raketen aus dem zweiten Weltkrieg stiegen wir hinab in das Kasbachtal. Dort unten an dem munter vor sich hin plätschernden Kasbach machten wir auf einer idyllischen Brücke unsere Mittagspause und genossen die Ruhe und das Plätschern des Baches. Hier konnte ich auch wieder ein paar Fotos machen, während Stefanie nach weiteren Pilzen Ausschau hielt. Zum Glück hat sie nicht noch mehr gefunden und ich konnte mich den Langzeitbelichtungen widmen. Nach einer ausgiebigen Pause ging es durch das Kasbachtal hinunter in Richtung Rhein. Der Weg wand sich mit jeder kleinen Biegung des Baches und führte immer parallel zur Kasbachtalbahn, die regelmäßig auf ihrem Weg nach Kalenborn unseren Weg kreuzte.

Am Ende des Kasbachtals lud eine kleine Brauerei zum Verweilen ein. Der Einladung sind wir leider nicht gefolgt, da unser Schiff nicht auf uns warten würde. Also sind wir weiter gezogen und in Kasbach auf den Rheinhöhenweg gewechselt, um noch einmal die schöne Aussicht zu genießen. Anschließend kamen wir an der Burg Ockenfels in den gleichnamigen Ort, um hier den Abstieg nach Linz zu begehen.

Auf dem Weg hinunter konnten wir auf dem Rhein schon unser Schiff einlaufen sehen und legten noch einen kleinen Zahn zu, um auf die schönere Art zum Auto zu kommen. Fast außer uns, und die letzten Meter im Laufen nehmend, erreichten wir den Anleger in Linz und betraten das Schiff. Etwas geschafft (kleine Untertreibung *hust*) ließen wir uns auf dem Sonnendeck nieder und ließen uns von der Sonne verwöhnen. Zwischen Bad Honnef und dem Bonner Anleger haben wir einen kleinen Filmriss, denn die Sonne und das gleichmäßige Brummen der Schiffsmotoren haben uns in das Reich der Träume geleitet 😀

Lauft doch mit:

Wenn Ihr jetzt Lust habt unsere Tour nachzulaufen, dann ladet Euch doch die kostenlose App “komoot“, folgt uns und lauft los:

Eine wirklich empfehlenswerte und nicht ganz anspruchslose Tour, die sich aber bei schönem Wetter lohnt, um den Rhein mal aus einen anderen Blickwinkel zu sehen. Vielleicht sieht man sich demnächst auf dem Rheinstieg?

Die zwei Reisenden,

Stefanie und Marcel

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