Europa

Balancieren auf der Fischerbrücke bei Ponta Sao Jorge

Hallo Zusammen,

bei unserem ersten Urlaub auf Madeira haben wir ein paar tolle Wanderungen gemacht. Zu den teilenswerten gehört in jedem Fall die Wanderung auf der Fischerbrücke bei Ponta Sao Jorge. Da wir in Arco de Sao Jorge ein wunderschönes Airbnb hatten, lag der Nachbarort und die Wanderstrecke über die Fischerbrücke nicht weit entfernt. Marcel hatte die Wanderroute bei komoot entdeckt und sie versprach einen tollen Aussichtspunkt zu haben. Also machten wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück auf dem Balkon auf in Richtung Ponta Sao Jorge.

Bergab starten ist zwar schön, hat aber seine Tücken

Laut komoot konnten wir mitten in Ponta Sao Jorge parken, was wir auch taten. Danach ging es durch das süße Örtchen, vorbei an blühenden Gärten und netten Einwohnern, bergab zur Klippe. Es ging ganz schön steil bergab und das über ein ziemlich langen Zeitraum. Während ich mich entspannt den Berg herunter begab und mich über den lockeren Start freute, beschlich mich dann nach 20 Minuten konstantem Abfall (und zudem noch sehr steil) das mulmige Gefühl, dass ich zum Ende dieser Tour wohl ziemlich leiden würde. Marcel wurde auch nicht müde zu betonen, dass wir das wohl wieder hochlaufen müssen. Zum Glück hielt sich das Ärgern seinerseits etwas in Grenzen, da die Mini-Stufen, die hier für Wanderer eingelassen wurden, tatsächlich ganz schön auf die Knie gingen. Wir lenkten uns die Zeit dann aber mit dem Geraschel am Wegrand ab, wo allerlei Geckos sich sonnten und schnell verschwanden, wenn man ihnen zu nahe kam.

Wanderung entlang der Küste

Unten angelangt machten wir uns erstmal an einem Wasserhahn frisch, bevor wir die unten liegende Ruine erkundeten. Die Ruine war direkt am Atlantik gelegen und neben den typischen Steinwänden rankten dort viele Pflanzen, was dem Ort einen tollen Charme gab. Auf der anderen Seite sahen wir dann eine andere typische Seite von Madeira – eine Bananenplantage. Danach ging es entspannt an der Küste entlang. Rechts von uns brandete der Atlantik und man hatte eine tolle Sicht über das Meer. Links von uns befand sich die Klippe, die mal mehr, mal weniger bewachsen war und hin und wieder zur Erfrischung einen Wasserfall zu bieten hatte. Wir liefen so vor uns hin und genossen die Natur und Aussicht, bis die Fischerbrücke, die der Wanderung ihren Namen verlieh, in Sicht kam.

Sicherheitsbedenken bitte über Bord

Ahhhh ha – da sollte ich drüber? Die Fischerbrücke beeindruckte mit ihrer schlichten Bauweise. Was an der Klippe und direkt am Atlantik nicht unbedingt meinen Sicherheitsbedürfnis entsprach. Aber nun gut, wir waren nun hier. Da hilft es ja auch nichts umzukehren, vor allem, weil Marcel mich darüber informierte, dass das Highlight erst nach der Brücke (wenn man dies denn so nennen will) wartete. Ja klar, natürlich! Verdammt. Nun gut, ich schoss meine Sicherheitsbedenken über Bord und begann mit dem Balanceakt auf der Fischerbrücke. Marcel schaute mir aus gegebener Entfernung zu und filmte mich auch noch dabei! Den gleichen Gefallen tat ich ihm dann natürlich auch, als er die Fischerbrücke betrat und überwand. Danach ging es um ein Klippenvorsprung und da waren wir: Direkt am Atlantik, quasi schon fast drin.

Am Lavabecken von Ponta Sao Jorge

Hier hatte der Lavaausbruch nicht nur tolle raue und ursprüngliche Formationen geformt, sondern dieser Bereich wurde tatsächlich von Fischern als Angelstätte genutzt. Wir waren dann eher an einem Lavabecken interessiert, wo die Wellen und die Brandung alles gaben, um uns zu beeindrucken und ein bisschen nass zu machen. Wir setzten uns hin und genossen das Schauspiel eine Weile. Außerdem machten wir hier noch unsere Mittagspause, während wir die Blicke auf die Gischt und den weiten Atlantik vor uns schweifen ließen. Danach machten wir uns dann auf den Weg zurück. Zu meinem großen Entzücken (Ironie definitiv an!) mussten wir natürlich genau den gleichen Weg wieder zurück.

Ein echt anstrengender Heimweg

Also gingen wir über die super sichere und vertrauenserweckende “Brücke” und an der Küste entspannt entlang. Erwartungsgemäß konnten wir diese Strecke nicht mehr ganz so genießen, da uns der Aufstieg bevorstand. Und was das für ein Aufstieg war! Manchmal gab es die kleinen Treppen, die an den Nerven zehrten, dann wieder gerade Fläche, aber immer und stetig bergauf. Marcel durfte sich so einiges anhören. 😉 Ich lief zur Höchstform an Meckerei auf, da ich auch tatsächlich – es war unsere erste Wanderung auf Madeira – an meine Grenzen kam. Aber natürlich haben wir es nach oben geschafft. Dankenswerter Weise gab es oben ein Ausflugslokal, wo wir uns dann mit einer deftigen Mahlzeit mit Madeiras Spezialitäten verwöhnen ließen.

Fröhliches Wandern oder Balancieren auf der Fischerbrücke!

Die zwei Reisenden,

Stefanie und Marcel

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