Europa

Wanderung an den Levadas in Fanal

Hey Zusammen,

bei unserem ersten Besuch auf Madeira sind wir nicht nur an der Fischerbrücke und dem Schmalen Grat gewandert, sondern konnten und wollten uns natürlich auch eine Levada-Wanderung nicht entgehen lassen. Die Levadas sind angelegte Wasserrinnen, die das Regenwasser von dem oberen Teil der Vulkaninsel kontrolliert nach unten fließen lässt. Von den Levadas gibt es eine Vielzahl auf Madeira und die Strecken daran entlang bestechen durch den sanften Abstieg und das entspannende Plätschern des Wassers neben einem. Wir haben uns für eine Levada-Tour in Fanal entschieden, die durch die naturbelassenen Lorbeer- und Eukalyptuswälder, an einem Wasserfall vorbei bis zum Einsamen Baum oberhalb von Santa Cruz führt.

Abstieg zum Wasserfall und der Levada

Startpunkt unserer Wanderung zu den Levadas von Fanal

Nachdem wir uns mit dem Auto bergauf geschraubt und den Kühen auf der Straße umfahren hatten, parkten wir auf einem nahe gelegenen Parkplatz, von wo aus unsere Wanderung starten sollte. Von der offenen Wiese gingen wir zum Waldrand, wo uns eine steile Treppe begrüßte, um in den Wald zu kommen. Diese Treppe war unerwartet lang, kleinstufig und anstrengender als gedacht. Unsere Beine machten sich schon bald bemerkbar, da die Schritttiefe (oder -höhe 😉 ) so ungewohnt kurz war.

 

Blick die Treppe in den Wald hinauf

Die Treppe schraubte sich beachtlich tief in den wunderschönen Wald. Der natürliche und unberührte Lorbeer- und Eukalyptuswald schluckte alle Geräusche und lullte uns durch seinen guten Duft und die Ruhe, die er ausstrahlte, ein. Nachdem wir sicherlich 20 Minuten nur abwärts gestiegen waren, drang das Geräusch eines Wasserfalls langsam zu uns. Wir freuten uns, dass wir schon bald den Wasserfall und die Levada erreicht haben würden. Und unsere Beine ebenfalls. 😉

Die Wasserfälle von Madeira

Cascata do Ribeiro do Fanal

Wer Wasserfälle hört, denkt sicherlich gleich an die Niagarafälle oder Victoriafälle. Die auf Maderia sind natürlich nicht vergleichbar, bestechen aber mit ihrem eigenen Charme. So kann man auf Madeira eine Vielzahl an kleinen, hohen, dünnen und dicken Wasserfällen sehen. Oft sieht man sie, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Sie gehören einfach zum Bild der Insel dazu. Es gibt aber einige durchaus “berühmte” Wasserfälle auf Madeira, die sich eher im wilden Inland der Insel befinden. Dazu gehören die 25 Fontes oder der Risco Wasserfall, die wir auch noch bei einer Wanderung besuchen wollen. Der Wasserfall, den wir bestaunen durften, war der Cascata do Ribeiro do Fanal, der dann auch direkt in die Levada überging, die wir dann entlang wanderten.

Mit der Levada sanft abwärts wandern

An der Levada entlang mit Blick auf den grünen Inselkern

Das schöne an den Levadas ist, dass sie von den Maderianern gepflegt werden und daher immer Wege an der Levada vorbeiführen. Diese sind manchmal zwar recht matschig, vor allem wenn es vorher geregnet hat, aber meistens so gut befestigt, dass man trotz des steilen Abhanges neben einem, gut wandern kann und nicht auf jeden Schritt achten muss. So kann man dann auch die Aussicht, die einem regelmäßig dem Atem raubt, genießen. Jede Kurve um die man kommt, zeigt einem ein neues Panorama dieser wundervollen, grünen Insel. Die Levada führte uns sanft abwärts, was unsere Beine uns dankten und zu einem langen und entspannten Teil der Wanderung wurde. Dabei haben wir mal Blättern beim Vorbeirauschen auf dem Wasser beobachtet, mal Vögeln beim Trinken zugesehen oder uns einfach nur von dem Gluckern des stetig abwärts fließenden Wasser beruhigen lassen.

Wer unten ist, muss wieder nach oben

Am Ende der Levada angekommen, mussten wir uns der harten Realität stellen: Wir mussten wieder aufwärts. Das ist ja besonders nicht meine Stärke. Marcel musste sich so einiges von mir – dem Nölpferd, wie er mich nennt 😉 – anhören. Ich habe geschimpft, denn es ging aufwärts und das sehr, sehr steil! Aber es half ja nichts. Marcel konnte mich zumindest damit beruhigen und motivieren, dass oben noch eine tolle Aussicht auf uns warten würde. Wenn wir (also ich :D) mich beeilen würde, dann könnten wir sogar noch den Sonnenuntergang bewundern. Das hat mir zumindest geholfen nicht einfach stehen zu bleiben. Tatsächlich entwickelte ich einen gesunden Ehrgeiz, die Sonne oben nochmal zu sehen. Und so wanderten wir aufwärts. Und kamen zu einem ganz bezaubernden Wäldchen, für das Fanal bekannt ist: Der Feenwald.

Durch den Feenwald in Fanal

Der Feenwald von Fanal im schönsten untergehenden Sonnenlicht

Uralte Lorbeerbäume mit mystischen Formen ließen uns staunen. Der Feenwald verdient wirklich seinen Namen. Die Bäume gehen Symbiosen mit Moosen ein, die die hohe Luftfeuchtigkeit nutzen und an die Bäume weitergeben. Dadurch entstehen bezaubernd aussehende Äste. Oft ziehen die Wolken durch den Feenwald, wodurch seine mystische Stimmung noch unterstützt wird. Wir hatten einen sonnigen Tag erwischt, was der Stimmung und der Faszination jedoch keinen Abbruch tat. Da vergaß ich sogar, dass es ziemlich steil bergauf ging. Ich konnte mich mit den faszinierenden Gebilden, die die Bäume abgaben gut ablenken. Nachdem wir den Feenwald passiert hatten, kamen wir zu einer offenen Ebene, die uns abermals Staunen ließ.

Der einsame Baum von Santa Cruz

Der einsame Berg oberhalb von Santa Cruz bei Sonnenuntergang

Auf der Ebene wurden wir erstmal von einem kleinen See empfangen, der das fantastische Panorama des Berges und des einsamen Baumes einfing. Wir kamen gerade rechtzeitig, wie von Marcel angekündigt, zum Sonnenuntergang dort oben an. Und es war einer der magischen Momente von Madeira. Die Sonne strahlte den Berg an, das Licht war perfekt und wir waren genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort (und nebenbei auch zum Glück endlich oben). Wir staunten und mobilisierten nochmal unsere letzten Kräfte, um auf den Berg zu stürmen und uns den Sonnenuntergang über den Wolken als krönenden Abschluss anzuschauen.

Unser Mietwagen von Kühen umzingelt

Es war perfekt und eine tolle Runde! Das ganze Meckern war vergessen und wir waren glücklich, dass wir diese wundervolle Tour gemacht haben. Danach ging es nur noch zum Auto, was von Kühen umzingelt war. Es war etwas tricky ins Auto und dann auf die Straße zu kommen, aber wir waren nach etwas Geduld erfolgreich und mussten keine Kühe von Weg schupsen.

 

Wer diese bezaubernde und lohnenswerte Tour nachwandern möchte, findet hier unsere Wanderung im Detail auf komoot. (Wer sich fragt, was komoot ist, der kann unseren Blogbeitrag dazu hier lesen.)

Wir freuen uns, wenn Ihr uns folgt! Natürlich sind wir gespannt, wie Euch die Tour gefallen hat. Schreibt uns gerne! Habt Ihr auch noch Levada-Wanderungen, die Ihr empfehlen könnt? Wir suchen immer nach tollen neuen Strecken!

Die zwei Reisenden,

Stefanie und Marcel

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